Umira

26.August 2016

Unser 4 1/2jähriges „Mirchen“ ist bei uns in einer großen Box geboren worden. Ihre Mutter Sternchen hat sie dann die ersten Wochen alleine behütet. Danach kam zur Zweisamkeit die Herde und für das kleine sehr selbstbewußte Ponyfohlen war dies eher eine Herausforderung als eine Bedrohung. Sie spielte, kalberte und guckte sich alles von den Herdenmitgliedern ab, was vermeintlich wichtig für sie war.

Dann kam der erste Winter -Boxenzeit- mit täglich 6Stunden Auslauf im Herdenverband. Damit verbunden auch das Absetzen von der Mutter. Im Gegenzug zog eine weitere Jährlingsstute ein. Beide standen in Boxen neben einander und genossen die nächste Zeit. Einem Winter folgte ein Sommer und dann wieder ein Winter. In dem allerdings war Umira dann so die Boxenhaltung zu-wieder, dass sie sobald das Nachbarpony aus der Box genommen wurde panisch über die Zwischenwände und die halboffene Boxentür stieg. Aus Angst vor Verletzungen der kleinen Stute, schlossen wir dann die Boxentür komplett und zogen Stromlitze über die Zwischenwand. Dies half zwar, hinterließ aber kein gutes Gefühl bei uns………. In dem Folgewinter hatte Umira sich „damit abgefunden“, den Großteil ihres Tages in ihrer Box mit Nachbarkollegen zu verbringen. Umso mehr schien sie sich zu freuen, wenn sie ihre ca. 6-8Stunden draußen toben durfte. Die Kleine hatte sich zu einer sehr selbstbewussten, feinfühligen und klugen Stute entwickelt. Durch und durch gesund und mit viel Bewegungsdrang versehen.

Und nun ist es bald soweit…. Sie darf ihr neues Zuhause beziehen, mit allen Annehmlichkeit die so gehen. Ganzen Tag fressen, rennen wann sie mag und ausgiebigste Fellpflege betreiben, mit wem sie will. Ich freue mich so für die kleine Motte. Wie sie wohl den Wasserdurchlauf findet? Ob sie die Pferdetoilette annimmt? Und was sie so den ganzen Tag machen wird?

15.Oktober 2016

Umirchen wartete heute schon ganz ungeduldig am Weidezaun….als ob sie ahnen sollte, dass heute der Besichtigungstermin anstand. Wie selbstverständlich ging sie mit mir zum Hof und dann nach Trennung vom Kumpel Luca auch durch die Anlage, allerdings mehr angespannt. Zwei weitere Besichtigungspferde waren auch auf der Anlage. Umira war recht unruhig, da ihr Pferdekumpel von weitem rief… Heu wurde hektisch gefressen. Ansonsten schneller Rundgang und dann lieber wieder raus zum sicheren Kumpel. Beide haben dann noch eine halbe Stunde zusammen die Integrationsbox besichtigt. Das Heu ist alle gefressen, die Selbsttränke ausprobiert und über die Brüstung den anderen Besichtigungsteilnehmern zu geschaut.

Weide bei Demann Spätsommer 006

16.Oktober 2016

Heute ist nun der Tag des Einzugs. Ich konnte nicht gut schlafen, soooo viele Gedanken…. Und beim ersten Blick aus dem Fenster: dicker fetter Nebel. So richtiges Herbstwetter eben.

Umira ging seelenruhig mit mir durchs Dorf und genau so ruhig in die Anlage. Mit Bubble und Rosi zusammen erkundete sie die „Schlafräumlichkeiten“ und mit Luca und Frida zusammen die Heuraufe. Die Wasserfurt war etwas furchterregend. Und wenn man so was auslassen kann, weil man selber entscheidet, dann läßt man es auch aus.

25.Oktober 2016

So nun ist bereits eine Woche um, in der Umira sich so richtig toll eingewöhnt hat. Sie hat ordentlich Fell geschoben. Ist den ganzen Tag auf Wanderschaft und sucht Kontakt zu anderen Pferden als sie auf der Weide hatte. Sie geht nun oft mit dem Jährling umher. Ordentlich geht sie zum Urin lassen auf die Urintoilette, was mich sehr freut! Auch die Wasserfurt findet sie klasse. Neulich stand ich mit meinen Gummistiefel im 30cm tiefen Wasser und Umira schien zu denken, juchu, endlich! Und ging schnurstraks zu mir ins Wasser! Auch das war ein toller Moment. ;o)

12.Dezember 2016

Umira ist kaum wieder zu erkennen, dichtes kuscheliges warmes Fell hat sie. Gesandet ist sie selten, legt wohl (zur Freude der Besitzerin) Wert auf Sauberkeit. Wenn ich in ihre glücklichen Augen sehe, weiß ich, die Entscheidung alles um zu bauen und ihr dadurch ein wunderschönes Zuhause zu bieten, war genau das Richtige. Sie ist am Liebsten in Gesellschaft unseres Wallachs Luca, zusammen mit der Jährlingsstute. Ab und an sieht man sie auch mal in einem flotten Galopp über die Anlage fliegen, aber meistens steht sie an der oberen Heuraufe.
Trotzdem geht sie gerne mit mir aus der Anlage heraus zur “Arbeit”. Alleine ins Gelände, in den Roundpen oder auch auf den Allwetter-Reitplatz, der jetzt wegen des knisternen Frostes zu flotteren Gangarten einlädt. 

14.Januar 2017

Einige Tage ist nun schon das neue Jahr alt/jung. Silvester war für unser “Mierchen” doch recht aufregend. Wahrscheinlich lag es weniger an den Silvesterraketen und Knallern, an sich, sondern eher an ihrem Instinkt dem Herdenchef (Luca) zu folgen. Daher hat sie in der Nacht eine knappe Stunde gute Bewegung gehabt. Ansonsten lief aber alles problemlos ab.
Sie freut sich immer, wenn ich zu ihr auf die Anlage komme und sie durch kraule. Beim Aufhalftern, kann man regelrecht ihre Freude auf das was kommt anmerken. Bei der Arbeit im Roundpen oder auf dem Reitplatz hat sie einen guten Bewegungsdrang und braucht immer etwas Zeit, ruhiger und entspannter zu arbeiten, aber dies ist auch ihrer Jugend zu zuschreiben. Fakt ist, sie klebt nicht und geht immer und überall hin, vertrauensvoll mit mir mit. Außerdem hat sie durch gute Erziehung und Horsemanship ein vernünftiges Verhalten dem Menschen gegenüber. Das macht wirklich Spaß! Außer das Putzen, das macht keinen Spaß, da sie sich wirklich sehr sehr gut einsaut. Aber na gut, das ist dann eben so.
In den letzten Tagen muss ich oft an die Geburt der kleinen Ponystute denken. Denn genau dort wo sie zur Welt kam, ist nun unsere Halfterkammer, die wir momentan zu einer gemütlichen kleinen “Reiterstube” umbauen. Dieser Raum wird in Zukunft wohl oft genutzt werden um gemütlich bei einander zu sitzen.