Willis
Hallo, ich heiße Lena und bin die Besitzerin von Willis. Willis ist allerdings nur der Spitzname, den er seit seiner Geburt hat. Eingetragen ist er unter dem Namen „Lacasar 3“, doch sein Züchter kam auf den Namen Willis, weil das erste selbstgezogene Pferd von ihm vor über 30 Jahren „Wilano“, Spitzname „Willis“ hieß und mein Willis ihm bei der Geburt ähnlich sah. „Der sieht ja aus wie der Willis, das ist der Fieze Willis.“
Willis ist ein 2013 geborener Wallach und er ist ein echter Schwabe (Württemberger), denn Willis ist auf der Schwäbischen Alb in der Nähe von Bad Urach geboren. Vor 11 Jahren bin ich der Liebe wegen von der Heimat weggezogen und lebte zur Miete bei einem Pferdezüchter. Willis war ein Jährling, als ich ihn kennenlernte. Gekauft hatte ich aber zuerst ein anderes Pferd von meinem Vermieter, dem Züchter, einen Absetzer mit 6 Monaten (quasi den Neffen von Willis). Leider ist mein kleines Pferd mit 1,5 Jahren an einer Krankheit gestorben. Nach vielen Tränen und Zeiten des Schockzustandes kam es dann aber dazu, dass ich mich für Willis entschieden hatte und er in der Familie aufgenommen wurde.
Willis gehört nun seit 10 Jahren zu mir. Mein Partner Torsten kam hinzu, als Willis circa 3 Jahre alt war. Gemeinsam zogen wir von der Alb in Richtung Backnang, weil dort noch ein kleiner Teil von Torstens Familie lebte. Willis zog einige Male um. Von Offenstall bis Paddockbox haben wir alles gemeinsam mit ihm durchlebt. Willis ist ein kleiner (nein, eigentlich ist er riesig mit 1,77m) Clown, ein Tollpatsch, aber auch ein absolut ehrliches und sehr hübsches Pferd.
Nach 11 Jahren entschieden wir uns dazu, gemeinsam zurück in meine alte Heimat zu ziehen, weil wir wieder näher bei meinen Eltern leben wollten.
Ich entdeckte die Anzeige von Dagmar auf E-Bay Kleinanzeigen und nahm über das hinterlegte Formular mit ihr Kontakt auf.
Bei einem ersten Telefonat verabredeten wir uns zu einer Besichtigung. Dagmar nahm sich mehrere Stunden Zeit für uns, wir konnten uns alles ganz genau ansehen, Fragen stellen und die bereits dort lebenden Pferde ansehen.
„Wo ist der Haken?“-fragten wir uns mehr als einmal. (Haben ihn bis heute nicht gefunden. Willis geht’s obermegasuperklasse !)
Wir alle zogen also im August 2025 nach Niedersachsen.
Der Transport und Einzug von Willis:
Mein Papa hat uns an dem Wochenende mit einem Transporter und einem Pferdeanhänger aus Niedersachsen in Baden-Württemberg abgeholt. Mit Sack und Pack sind wir dann gemeinsam mitten in der Nacht zum Stall gefahren, haben Willis eingeladen und haben uns auf den Weg in unser neues Zuhause gemacht. Willis kannte das Hänger fahren bereits und war bislang auch immer brav eingestiegen. Trotzdem bedeutet so ein Transport für die meisten Pferde großen Stress, weshalb ich mir bei über 5 Stunden Fahrt schon Sorgen um Willis machte. In stockfinsterer Nacht eingeladen, machten wir uns auf die große Reise. Zu unserem Glück war Willis eine absolut coole Socke und hatte kein nasses Haar am Körper. Er stand ruhig im Anhänger, als wenn er wüsste, dass es dort, wo er nun hingebracht wird, super toll sein würde.
Als wir nach 5,5 Stunden in Amelsen bei Dagmar und Holger ankamen, stieg Willis aus dem Anhänger, als wenn er eine 10-Minuten-Fahrt hinter sich hatte.
Nach einer netten Begrüßung auf dem Hof mit Kaffee und Kuchen, brachten wir Willis zur Sommerweide am Ortsrand. Eine riesige Fläche mit verschiedenen Ebenen steht den Pferden dort zur Verfügung, mit Heuraufen, mehreren Wasserstellen etc.
Für Willis wurde ein separater Bereich mit Heuraufe und eigenem Wasserfass eingerichtet. Die Pferde hatten direkt Kontakt an der Raufe und konnten sich über den Zaun kennenlernen. Positiv fiel sofort auf, dass die Herde sehr ruhig und entspannt war. Geplant war, dass Willis für 3 Tage in seinem Bereich blieb und dann zur Herde gelassen wird.
Am nächsten Morgen kam Dagmar bei ihrer morgendlichen Kontrollrunde an der Weide aber die Ernüchterung. Viele Pferde standen in dem kleinen Bereich, der für Willis gedacht war. Willis stand auf der anderen Seite mit weiteren Pferden gemütlich Heu mümmelnd. Verletzt war niemand und Willis war seit diesem Tag in die Gruppe integriert. Er tat so, als würde er schon immer dazugehören, was alle Beteiligten sehr freute.
Winter 25/26
Wir haben es noch nie erlebt, dass Stallbesitzer ihren Betrieb so umsichtig auf das Wohl von Tier und Mensch ausrichten. Sommerkoppel, sowie Bewegungsanlage und dazugehörige Örtlichkeiten wie Sattelkammer, Putzplätze, Reitplatz und Roundpen sind gepflegt, durchdacht und werden permanent weiterentwickelt zum Wohle der Pferde als auch der Besitzer. Gemeinsame Aktivitäten mit allen Einstellern, mal mit Pferd, mal ohne, runden das Angebot ab. Man findet direkt Anschluss an eine nette Stallgemeinschaft.
Wir sind froh, hier sein zu dürfen. Freiwillig werden wir diesen Hof nicht mehr verlassen. 🙂